Das Porzelliner Loft ist noch eine Idee.
Aber mit jedem Tag nimmt sie mehr Gestalt an.
Lehmmatsch unter den Schuhen. Der dritte Kaffee des Tages. Ein Kind brüllt irgendwo draußen „Ich hab was gefunden!“ – vermutlich ein rostiger Nagel. Der Laptop ist aufgeklappt, eine halbe Excel-Tabelle voller Rechnungen, die sich mit wild hingekritzelten Raumskizzen überlagern. Drei Kinder, zwei Etagen, null Budget, dafür jede Menge Hirngespinste. Und mittendrin: wir – Ina und Heiko – mit unseren drei kleinen Abenteurern, die gerade das machen, was man im Moment wohl am meisten braucht: Zeitgeschichte mit Leben füllen.
Wir stehen vor der nächsten Etappe unseres großen Familienabenteuers – und zugleich Herzensprojekts: Wir verwandeln eine weitere Wohnung im Hofmeisterhaus in eine ganz besondere Gästewohnung. Keine Wohnung nur mit Bett und Küche, sondern eine mit Seele. Ein Ort, der von Geschichte durchdrungen ist – und doch Raum für Design, Handwerk und moderne Ästhetik lässt.
Die Idee hat einen Namen: Porzelliner Loft.
Ein Haus mit Geschichte – und einer Idee, die aus der Not entstand
Ein Teil des alten Gutshofes Fürstenberg liegt heute in unserer Verantwortung. Und mit ihm: eine große Aufgabe. Das Hofmeisterhaus wurde immer bewohnt, aber die Zeit hat ihre Spuren hinterlassen – liebevoll gesagt. Vor allem in dieser größten Wohnung des Hauses haben wir einige Überraschungen hinter Tapeten, unter zahlreichen Schichten aus unterschiedlichen Böden und mehreren Deckenabhängungen erlebt. Die schönste: Intakte Grundsubstanz und historische Originale. Die teuerste: morsche Decken und Fachwerkbalken durch jahrzehntelang durchtropfendes Regenwasser. Balken und Dachfläche sind mittlerweile saniert. Doch das Loch in der Geschossdecke zwischen Obergeschoss und Dachboden mit seinem erstaunlichen Sprengwerk haben wir immer noch….
Die Not brachte uns auf die Idee, aus zwei getrennten Etagen ein zusammenhängendes Loft zu machen. Mit einem offenen Raum über zwei Ebenen, einer Galerie, Sichtachsen, Licht und Luft. Die Grundform war plötzlich da – fast wie von selbst. Der Gedanke:
„Vielleicht wird das ja… etwas Besonderes?“
Direkt nebenan: die Porzellanmanufaktur Fürstenberg, gegründet 1747, eine der ältesten ihrer Art in Europa. Ein Ort, an dem Handwerk und Präzision seit Jahrhunderten gelebt werden. Und manchmal, wenn wir wieder in die Geschichte des Hauses eintauchen, fragen wir uns:
Wer hat hier gelebt? Wie haben die Leute die Räume genutzt? Hat hier auch mal ein Porzelliner der Manufaktur gewohnt?
Belege gibt es nicht. Aber die Vorstellung verankert unser Konzept. Sie lässt uns sorgsamer planen. Liebevoller auswählen. Sie gibt dem Projekt eine Haltung: Das Porzelliner Loft soll kein austauschbarer Wohnraum werden – sondern eine Fortführung dieser alten Geschichte in zeitgemäßer Form.
Zwischen Lottine und neuem Design – unsere Gestaltungsidee
Das Interior wird eine Mischung aus:
- schlichten, modernen Formen – inspiriert von der aktuellen Designlinie der Manufaktur
- historischen Fundstücken, schönen Lampen, gemütlichen Möbeln, Fürstenbergs Lottine
- natürlichen Materialien: Lehmputz, Holz, Metall, Stoffe in gedeckten Tönen
- Einzelstücken vom Flohmarkt, kombiniert mit bewusst gesetzten Design-Elementen
Statt alles neu zu machen, wollen wir sichtbar lassen, was war – und ergänzen, was fehlt. Die Spuren des Hauses bleiben erhalten. Der Ausdruck wird ruhig und stilvoll, aber auch mal ein wenig experimentell, unkonventionell – und immer achtsam.
Ein Ort, der einlädt, zu bleiben. Zu schauen. Zu fühlen. Und – irgendwann – auch: zu wohnen.
Erhalten und davon leben dürfen
Wir wollen das Hofmeisterhaus nach bestem Wissen und nach vorgefundenem Bestand denkmalgerecht sanieren. Nicht, weil es eine Auflage ist – sondern weil es uns richtig erscheint. Weil es Räume wie diesen braucht: echt, unperfekt, berührbar.
Und ja, wir möchten das Loft auch mal vermieten. Denn alte Häuser erhalten sich nicht allein durch Idealismus. Es braucht Gäste, die den Ort erleben. Menschen, die seine Geschichte schätzen – und seine Ruhe.
Vielleicht sind es Paare, die ein Wochenende lang abschalten wollen. Oder Familien, die zwischen Hühnern und Fachwerk das Echte suchen. Vielleicht Kreative auf der Suche nach Inspiration. Auch diese sind uns herzlich willkommen;)
Das Porzelliner Loft soll für all das Raum bieten.
Komm mit auf diese Reise
Wir nehmen euch mit – hier, auf dem Blog, auf Instagram, in kleinen Geschichten von großen Balken, feinen Rissen im Putz und Fundstücken. Ihr werdet sehen, wie Kinder mit Pinsel und Helm zwischen Lehmziegeln toben. Wie Möbel aus Scheunen gerettet werden. Und wie aus einem alten Hofmeisterhaus ein neuer Ort entsteht – mit Geschichte im Herzen und einer offenen Tür in die Zukunft.
Das Porzelliner Loft ist noch eine Idee.
Aber mit jedem Tag nimmt sie mehr Gestalt an.
Ina & Heiko
und unsere kleinen Baustellenhelden
